Optionshandel Glossar – Die wichtigsten Begriffe
Der Einstieg in den Optionshandel kann ganz schön verwirrend sein. Begriffe wie Strike, Theta oder Covered Call fliegen einem um die Ohren – und oft wird nicht erklärt, was sie eigentlich bedeuten.
Hier findest du eine einfache Übersicht über die wichtigsten Begriffe im Optionshandel.
A – Z der Optionsbegriffe
Option
Ein Vertrag, der dir das Recht (aber nicht die Pflicht) gibt, eine Aktie zu einem bestimmten Preis (Strike) bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen.
Put (Put-Option)
Long Put: Eine Option, mit der du das Recht hast, eine Aktie zu verkaufen.
Short Put: Verkaufst du einen Put, verpflichtest du dich, die Aktie zu kaufen.
Call (Call-Option)
Long Call: Eine Option, mit der du das Recht hast, eine Aktie zu kaufen.
Short Call: Verkaufst du einen Call, verpflichtest du dich, die Aktie zu liefern.
Strike (Ausübungspreis)
Der Preis, zu dem der Käufer der Option den zugrunde liegenden Basiswert (z.B. Aktie) kaufen oder verkaufen darf.
Prämie
Das Geld, das du bekommst (wenn du eine Option verkaufst) oder zahlst (wenn du sie kaufst).
Stillhalter
Ein Stillhalter ist der Verkäufer einer Option und erhält dafür eine Optionsprämie. Er verpflichtet sich, den Basiswert zum vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen, falls der Käufer die Option ausübt.
Laufzeit / Verfall (Expiration Date)
Der Zeitpunkt, an dem die Option ausläuft. Danach ist sie entweder wertlos oder wird automatisch ausgeführt.
Cash Secured Put
Du verkaufst einen Put und hast das nötige Geld im Depot, falls du die Aktie wirklich kaufen musst.
→ Sicherer Einstieg in Optionenhandel → Teil des Wheel-Ansatzes.
Covered Call
Du verkaufst einen Call auf eine Aktie, die du bereits besitzt.
→ Strategie für extra Einnahmen, solange du die Aktie hältst.
Naked Option
Du verkaufst eine Option, ohne die Aktie (oder das Geld) im Depot zu haben.
→ Hohes Risiko → nicht für Einsteiger!
Wheel-Strategie
Du verkaufst einen Short Put, bekommst evtl. Aktien eingebucht, verkaufst darauf Covered Calls – und wiederholst das Ganze.
Delta
Gibt an, wie stark sich der Optionspreis verändert, wenn sich der Aktienkurs um 1 € bewegt.
→ Auch Indikator für die Wahrscheinlichkeit, dass die Option ins Geld läuft.
Theta
Der Zeitverfall – zeigt, wie viel Wert eine Option täglich verliert, je näher das Verfallsdatum rückt.
→ Optionen verlieren mit der Zeit an Wert → gut für Stillhalter.
Vega
Misst, wie stark der Optionspreis sich verändert, wenn sich die implizite Volatilität (IV) um 1 % verändert.
→ IV steigt → Option wird teurer
Implizite Volatilität (IV)
Erwartete Schwankungsbreite der Aktie → je höher die IV, desto höher die Prämien – aber auch das Risiko.
Andienung
Du wirst ausgeübt → beim Call musst du Aktien liefern, beim Put musst du Aktien kaufen.
Ausübung
Wenn der Käufer der Option sein Recht wahrnimmt, nennt man das „Ausübung“. Passiert meist kurz vor oder am Verfallstag.
Open Interest
Wie viele Optionen zu einem bestimmten Strike/Laufzeit aktuell offen sind – zeigt Liquidität an.
Innerer Wert
Der innere Wert einer Option ist der Betrag, um den eine Option im Geld (ITM) ist. Liegt der Kurs des Basiswerts unter (Put) bzw. über (Call) dem Strike, ergibt sich ein positiver innerer Wert – ansonsten ist er null.
Zeitwert
Der Zeitwert ist der Teil der Optionsprämie, der über den inneren Wert hinausgeht. Er beinhaltet die Restlaufzeit und das Risiko bis zum Verfallstag – je mehr Zeit, desto höher der Zeitwert. Wenn eine Option aus dem Geld ist, besteht ihr Wert nur aus dem Zeitwert, da der innere Wert hier 0 ist.
Underlying (Basiswert)
Das Underlying ist der Basiswert, auf den sich eine Option bezieht. Meist ist das eine Aktie (z. B. Apple, Tesla), es kann aber auch ein ETF, Index, Rohstoff oder sogar eine Kryptowährung sein.
Beispiel:
Du verkaufst eine Call-Option auf Apple – dann ist Apple die Underlying-Aktie.
Wichtig:
Alle Kennzahlen wie Strike, Delta, Theta etc. beziehen sich immer auf das jeweilige Underlying.
ATM – At The Money
Eine Option ist at the money (am Geld), wenn der Ausübungspreis (Strike) nahe am aktuellen Kurs des Basiswerts liegt.
Beispiel: Eine Put-Option mit Strike 100 €, während die Aktie ebenfalls bei 100 € steht.
ITM – In The Money
Eine Option ist in the money (im Geld), wenn sie einen inneren Wert hat, also im Geld ist:
- Ein Put ist ITM, wenn der Strike über dem aktuellen Kurs des Basiswerts liegt.
- Ein Call ist ITM, wenn der Strike unter dem aktuellen Kurs liegt.
ITM-Optionen sind teurer, weil sie bereits einen realisierbaren Gewinn enthalten, falls sie ausgeübt würden.
OTM – Out Of The Money
Eine Option ist out of the money (aus dem Geld), wenn sie keinen inneren Wert hat, also nicht im Geld ist:
- Ein Put ist OTM, wenn der Strike unter dem aktuellen Kurs des Basiswerts liegt.
- Ein Call ist OTM, wenn der Strike über dem aktuellen Kurs liegt.
Solche Optionen bestehen nur aus Zeitwert – sie sind günstiger und verfallen wertlos, wenn sich der Kurs bis zum Verfall nicht entsprechend bewegt.
Amerikanische Optionen
Kann jederzeit bis zum Verfallstag ausgeübt werden. Das bedeutet, der Käufer hat die Flexibilität, den Basiswert schon vor Ablauf des Kontrakts zu kaufen oder zu verkaufen.
Europäische Optionen
Kann nur am Verfallstag selbst ausgeübt werden – nicht vorher. Der Käufer hat also keine Flexibilität beim Zeitpunkt der Ausübung.
Margin
Sicherheitsleistung, die beim Handel mit Optionen (z. B. bei ungedeckten Positionen) beim genutzten Broker hinterlegt werden muss. Sie soll sicherstellen, dass mögliche Verluste bezahlt werden können. Die Höhe hängt vom Broker, der Positionsgröße und dem Risiko ab.
Margin Call
Ein Margin Call ist eine Warnung deines Brokers, dass dein Konto nicht mehr genug Geld enthält, um offene Positionen abzusichern. Du musst dann entweder Geld nachschießen oder Positionen schließen, sonst macht das der Broker automatisch für dich.
Noch Fragen?
Wenn dir ein Begriff fehlt, schreib mir gerne einen Kommentar oder eine Mail – ich erweitere das Glossar regelmäßig.
