|

Was ist Optionshandel? Einfach erklärt mit Beispielen.

Optionshandel klingt für viele nach Hochrisiko, Wall Street und gefährlichem Zocken. Tatsächlich kann der Handel mit Optionen ein spannendes Werkzeug sein – auch für Privatanleger, die passives Einkommen generieren oder ihr Depot absichern wollen. In diesem Artikel erkläre ich dir, was Optionen sind, wie sie funktionieren, und zeige dir anhand eines einfachen Beispiels, wie ich selbst Optionen einsetze. 

Was sind Optionen?

Eine Option ist ein Finanzinstrument, das dir das Recht (aber nicht die Pflicht) gibt, eine bestimmte Aktie zu einem festen Preis innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu kaufen oder zu verkaufen. 

Es gibt zwei Arten: 

  • Put-Option: Recht, eine Aktie zu verkaufen 
  • Call-Option: Recht, eine Aktie zu kaufen

Warum handelt man überhaupt mit Optionen?

Optionen wurden ursprünglich entwickelt, um sich gegen Kursrisiken abzusichern – oder um mit begrenztem Risiko gezielt auf Kursentwicklungen zu setzen. Der Fokus liegt dabei auf dem Kauf von Optionen. 

  • Put-Optionen kaufen (Absicherung): 
    Du besitzt eine Aktie, aber fürchtest, dass der Kurs fällt? Dann kannst du eine Put-Option kaufen, die dir das Recht gibt, die Aktie zu einem festen Preis zu verkaufen. So begrenzt du dein Risiko nach unten – wie eine Art Versicherung für dein Depot. 
  • Call-Optionen kaufen (gezielte Spekulation): 
    Du erwartest, dass eine Aktie steigen wird, möchtest aber (noch) nicht das volle Kapital investieren? Mit einer Call-Option sicherst du dir das Recht, die Aktie zu einem festen Preis zu kaufen. Steigt der Kurs stark, profitierst du mit überschaubarem Kapitaleinsatz vom Anstieg – dein Risiko ist auf die gezahlte Prämie begrenzt. 

Das Ziel beim Kauf von Optionen ist also: Absicherung oder gezielte Chancen mit begrenztem Risiko

Beispiel: So funktioniert eine Put-Option

Stell dir vor, die Aktie von Unternehmen X steht aktuell bei 90 $. Du glaubst, dass sie in den nächsten Wochen fallen könnte.

Du kaufst also eine Put-Option, die dir das Recht gibt, die Aktie für 85 $ zu verkaufen – z. B. innerhalb der nächsten 30 Tage. Für dieses Recht zahlst du eine Optionsprämie von z. B. 2 $ pro Aktie

Szenario 1 – Die Aktie fällt auf 80 $: 

Du übst dein Recht aus, verkaufst die Aktie (die am Markt nur 80 $ wert ist) für 85 $ → 5 $ Gewinn minus 2 $ Prämie = 3 $ Gewinn pro Aktie 
(Alternativ kannst du die Option auch mit Gewinn weiterverkaufen.) 

Szenario 2 – Die Aktie bleibt bei 90 $ oder steigt: 

Du lässt die Option verfallen → Verlust: 2 $ (die gezahlte Prämie) 

Beispiel: So funktioniert eine Call-Option

Stell dir vor, die Aktie von Unternehmen X steht aktuell bei 90 $. Du glaubst, dass sie in den nächsten Wochen auf 100 $ steigen wird. Du möchtest aber nicht sofort die Aktie kaufen. 

Stattdessen kaufst du eine Call-Option, die dir das Recht gibt, die Aktie für 95 $ zu kaufen, egal wie hoch sie steigt – z. B. innerhalb der nächsten 30 Tage. Für dieses Recht zahlst du eine sogenannte Optionsprämie, z. B. 2 $ pro Aktie. 

Szenario 1 – Die Aktie steigt auf 105 $: 
Du übst dein Recht aus, kaufst die Aktie für 95 $, verkaufst sie für 105 $ → 10 $ Gewinn minus 2 $ Prämie = 8 $ Gewinn pro Aktie 

Szenario 2 – Die Aktie bleibt bei 90 $ oder fällt: 
Du lässt die Option verfallen → Verlust: 2 $ (die Prämie) 

Begriffe erklärt: Long Put & Long Call

Wenn du wie oben erklärt eine Option kaufst, bist du in einer sogenannten Long-Position

  • Long Put: Du kaufst eine Put-Option → Du setzt auf fallende Kurse, oder nutzt die Option zur Absicherung deines Depots. 
  • Long Call: Du kaufst eine Call-Option → Du willst von steigenden Kursen profitieren, ohne gleich die Aktie zu kaufen. 

Dein Risiko ist dabei immer auf die bezahlte Prämie begrenzt – du kannst nicht mehr verlieren als das, was du für die Option gezahlt hast. 

Die andere Seite: Optionen verkaufen & Prämien kassieren

Neben dem Kauf kannst du Optionen auch verkaufen – und genau das machen viele erfahrene Anleger. Als Verkäufer übernimmst du eine Verpflichtung (z. B. eine Aktie zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen) – und wirst dafür mit einer Prämie belohnt. 

  • Puts verkaufen: 
    Du verpflichtest dich, eine Aktie zu kaufen, wenn sie unter einen bestimmten Preis fällt. Dafür bekommst du eine Prämie. Falls du die Aktie ohnehin gerne hättest – nur günstiger –, ist das eine elegante Möglichkeit, günstiger einzusteigen. 
  • Calls verkaufen: 
    Du besitzt eine Aktie und verkaufst das Recht, dass jemand anderes sie dir zu einem festgelegten Preis abkauft. Bleibt der Kurs darunter, behältst du deine Aktie und kassierst die Prämie. Steigt sie darüber, musst du verkaufen – aber mit Gewinn. 

Diese sogenannte Stillhalter-Strategie nutzt die Zeit und Wahrscheinlichkeiten zu deinem Vorteil. Du handelst nicht auf den „großen Gewinn“, sondern auf regelmäßige kleine Einnahmen

Beispiel: 

Ich verkaufe einen Put auf Microsoft mit Strike bei 290 $, Laufzeit 30 Tage. Dafür erhalte ich z. B. 120 $ Prämie

  • Wenn Microsoft über 290 $ bleibt → behalte ich die Prämie, es passiert nichts. 
  • Wenn die Aktie fällt → muss ich die Aktie zu 290 $ kaufen (was ich vorher einkalkuliert habe). 

Das ist z. B. die Basisstrategie des bekannten Wheel-Ansatzes, mit dem man regelmäßige Einnahmen durch Optionen erzielen kann. 

Begriffe erklärt: Short Put & Short Call

Wenn du eine Option verkaufst, sprichst man von einer Short-Position – du gibst jemand anderem das Recht, etwas zu tun, und bekommst dafür eine Prämie. 

  • Short Put: Du verkaufst eine Put-Option → Du verpflichtest dich, ggf. eine Aktie zu kaufen. Ideal, wenn du sie ohnehin günstiger haben willst. 
  • Short Call: Du verkaufst eine Call-Option → Du verpflichtest dich, ggf. eine Aktie zu einem festen Preis zu verkaufen. Wird oft im Rahmen von Covered Calls gemacht, wenn du die Aktie bereits besitzt. 

Als Stillhalter profitierst du davon, wenn nichts passiert – also wenn die Option wertlos verfällt. Dafür kassierst du direkt bei Abschluss die Prämie

Und genau darum geht’s hier im Blog

Der Handel mit Optionen bietet viele Möglichkeiten – aber mein persönlicher Fokus liegt auf der Stillhalterstrategie. Statt auf schnelle Kursgewinne zu spekulieren, setze ich auf konstante Prämieneinnahmen durch das gezielte Verkaufen von Optionen

In diesem Blog geht es darum, wie du mit einfachen, planbaren Strategien einen regelmäßigen Cashflow aufbauen kannst – Schritt für Schritt, transparent und praxisnah. Ich teile meine Erfahrungen, Trades und das, was funktioniert (und was nicht). 

Risiken beim Optionenhandel

Natürlich klingt das alles ziemlich attraktiv – Einnahmen generieren, gezielt investieren, das Depot absichern. Aber bevor du selbst loslegst, hier noch ein entscheidender Punkt, den man nicht unterschätzen darf: 

Der Optionenhandel ist kein Selbstläufer. Gerade weil die Strategien so verlockend wirken, ist es wichtig, sich auch mit den Risiken auseinanderzusetzen. 

Viele Einsteiger unterschätzen die Komplexität dieses Instruments. Gerade wer Optionen verkauft, geht Verpflichtungen ein, die im schlimmsten Fall zu hohen Verlusten führen können. Deshalb ist es entscheidend, nicht nur die Chancen zu sehen, sondern auch die Fallstricke zu kennen. 

Die häufigsten Risiken im Überblick: 

  • Begrenztes Wissen: Viele unterschätzen, wie komplex Optionen sein können. Ohne ein solides Grundverständnis riskierst du schnell Verluste – besonders beim Verkaufen von Optionen, wo deine Verluste theoretisch unbegrenzt sein können. 
  • Fehlendes Risiko-Management: Optionen reagieren stark auf Kursveränderungen, Zeit und Volatilität. Wer ohne klare Regeln handelt, kann in kurzer Zeit viel Geld verlieren. 
  • Emotionale Entscheidungen: Panik bei fallenden Kursen oder Gier bei steigenden Prämien führt oft zu überhasteten Trades. 
  • Brokerwahl & Margin-Risiken: Einige Broker erlauben den Handel mit Optionen erst bei höheren Anforderungen. Beim Verkauf ungesicherter Optionen kann es zu Margin-Calls kommen – du musst dann schnell Kapital nachschießen. >> Tipp: Nutze einen seriösen Broker, verstehe die Margin-Anforderungen und nutze ggf. abgesicherte Strategien (z. B. Cash Secured Puts, Covered Calls).

Fazit: Lernen, klein starten – und dranbleiben

Optionen sind ein spannendes Werkzeug – aber eben kein Selbstläufer. Wenn du die Grundlagen verstanden hast, dich mit Chancen und Risiken auseinandersetzt und diszipliniert handelst, kannst du langfristig davon profitieren. 

Gerade die Stillhalterstrategie bietet eine greifbare Möglichkeit, dir mit klaren Regeln und überschaubarem Aufwand einen regelmäßigen Cashflow aufzubauen – aber eben nur, wenn du bereit bist, Zeit in Wissen und Erfahrung zu investieren. 

In diesem Blog wirst du keine wilden Zockereien finden, sondern echte Einblicke, Strategien und Learnings aus der Praxis. Wenn dich das interessiert, bleib dran – und fang am besten klein an. Denn wie bei allem im Leben gilt auch hier: Einfach anfangen ist besser als ewig zögern. 

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert